KÖRPERGEFÜHLE ERKENNEN – VERHALTEN ÄNDERN

Bindung & Trauma

Entwicklungs- und/oder Schocktrauma aus gestörter Bindung sind im autonomen Nervensystem als kreisende Erregung gespeichert: Muskeln, Faszien halten fest, lernen durchzuhalten bis sie sogar in Gefühlskälte erstarren, um zu funktionieren. Im Prozess des Wiedererlebens traumatischer Inhalte in der Körperpsychotherapie lösen sich unterdrückte emotionale Zustände langsam auf. Die Berührung der Rosen-Methode erhöht die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytozin. So entsteht die Möglichkeit in Sicherheit oder Geborgenheit zu fühlen. Aus therapeutischer Sicht ist das Trauma nicht das Ereignis, sondern die Dysregulation des autonomen Nervensystems.

Bindungstypen

Sichere Bindung

Die Grundlage für eine sicher gefühlte Bindung wird sehr früh zwischen Kind und Eltern oder anderen Beziehungswesen angelegt. Sie bleibt lebenslang die Quelle für Sicherheit und dient der Regulation von Bedrohung durch angemessenen Umgang mit Nähe und Distanz.

Unsichere Bindung

Die Forschung an der Psychobiologie/Physiologie im 20. Jahrhundert hat unsichere Bindungstypen je nach Erfahrung in der Kindheitsentwicklung erkannt. Sie sind seit langem international als Bindungstheorie anerkannt. 
Folgende Prägungen wirken ins Erwachsenenalter - hier eine Kurzbeschreibung aus 1 :

  • Unsicher-ablehnende Bindung

Dieser Bindungstyp erlebt seine Umwelt mit hoher Wachsamkeit (Vigilanz).
Das Kind ist sehr aufmerksam, es nähert sich an, weicht zurück und ist schwer zu beruhigen. 

  • Unsicher-vermeidende Bindung

Diese Kinder sind schwer zu trösten. Sie vermeiden Umarmung und zeigen andererseits keine Zeichen von Bedrängnis bei Bedrohung. Gleichzeitig erleben sie hohe emotionale Erregung mit aktiver Unterdrückung.

  • Desorganisiert-desorientierte Bindung

Dieser Bindungstyp tröstet sich selbst beispielsweise durch Körperschaukeln, starrt vor sich hin und wirkt wie eingefroren. Das sind Zeichen von existentiell erlebter Gefahr oder hoher anhaltender Bedrohung aus dem Umfeld.

1 Selbstwahrnehmung und Embodiment in der Körperpsychotherapie, Alan Fogel, Schattauer Verlag, 2013

Entwicklung

Vorgeburtliches (pränatal) Wachstum und nachgeburtliche (postnatal) Entwicklung verlaufen
individuell & generationsübergreifend (transgenerational). Vielfältige Faktoren wirken in diese Entwicklung,
sie kann zu verschiedenen Zeitpunkten und aus vielschichtigen Zeiträumen gestört werden.

Schreibabies

Emotionale Hilfe für Eltern & Kind nach Geburtsstress vor und nach der Entbindung - in meiner Praxis.

Hochbegabung

Menschen können mit außergewöhnlichen Fähigkeiten reich beschenkt (engl. gifted), hoch begabt geboren werden. Diese Fähigkeiten können verloren gehen / genommen werden, abhängig von Bindung und Trauma. Die emotionale Selbstwahrnehmung als elementare Fähigkeit gilt es wiederzufinden und zurückzugewinnen.

> Sehr zu empfehlen: The Gifted Adult, by Mary-Elaine Jacobsen - siehe Rezensionen bei www.amazon.de
                                  Hochbegabte Kinder - Ihre Eltern, ihre Lehrer, James T. Webb u.a., Hogrefe Verlag

© Helmi Boese | Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 14.06.2018