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Rosen-Methode

Wirkungsweise

Die Rosen-Methode  steht auf eigenen Füßen. Urbedingungen menschlichen Wachsens und Seins werden genährt:

  • mit haltend-präsenter Berührung
  • am Atem – Zwerchfell (Diaphragma)
  • mit wachrufenden (evozierenden) Worten

        > Kontakt

... Berührung, in Wort und Handlung, hat in der Evolution eine lange Vorgeschichte. Ausdrucksvolle Gefühle wurden im Verlauf unserer langen Vergangenheit in Sprache eingebettet. Viele Worte sind befrachtet mit emotionaler Bedeutung und sie übermitteln Information über das Zwischenmenschliche. Wenn wir die Kraft der Worte ausgeschöpft haben, verlängern wir sie durch Berührung. Die Bedeutung von Berührung ist in unserem Vokabular eingefangen. Wie berührend! In Kontakt bleiben. Auf Holz klopfen. Eine Saite in jemandem berühren. Kontakt verloren. Das Mitgefühl ist letztlich eine Verbindung mit dem Anderen, bekräftigt durch Berührung ... 4

Bernard Lown, der Erfinder von Kardioversion und Intensivmedizin; Friedensnobelpreis mit IPPNW, 1985  
bernardlown.wordpress.com/2010/11/14/the-lost-touch/

Es braucht und kommt zu:

  • Kontakt der Hände als lauschend-haltende Berührung – einladend
  • Atembewegungen – aufnehmend
  • Wachrufend, respektvolle Worte – begleitend
  • Non-verbale Erinnerung in verkörperter Selbstwahrnehmung – bildend
  • Neue Einblicke – entfaltend
  • Bewusstsein – entstehend

Belastende Symptome verlieren im Therapieprozess ihre Macht.
Das erlebte Körpergefühl wandelt sich in der Emotion zur bewegt-gefühlten Erkenntnis.
Schaubild > Zwerchfell > Referenzen.

Einblicke in Entfaltung

Historie 

In den 1930er Jahren lernte Marion Rosenfeld, später Rosen (1914-2012) in München von Gustav und Lucy Heyer. Er war Psychiater, Schüler und Kollege von Carl G. Jung, sie arbeitete als Atemtherapeutin mit Berührung. Die Heyers erkannten die hohe Wirksamkeit der komplementären Nutzung von Gespräch, Atemtherapie und Berührung. Lucy Heyer beschrieb Marion Rosen als ihre beste Schülerin. - 1938 verlies Marion Deutschland. Mit einem Empfehlungsschreiben von Lucy Heyer für die Psychoanalytikerin Karen Horney in New York, ging sie nach Schweden. Dort wartete sie vier Jahre auf ihr US-Visum. In Schweden ließ sie sich zur Physiotherapeutin ausbilden und machte Bewegungsstudien an Tänzern. Marion Rosens feine Beobachtungsgabe, ihre Erfahrungen als Physiotherapeutin mit der Integration des in Deutschland Gelernten, bildeten später die Grundlage für die Rosen-Methode Körperarbeit und Movement in Kalifornien. Damals wie heute verkürzt das komplementäre Vorgehen von Berührung, Atembehandlung und evozierenden Worten deutlich die Therapiezeit. Warum ist das so?  –>  Alan Fogel gibt Antworten in: Selbstwahrnehmung und Embodiment in der Körperpsychotherapie > Buchübersetzung

Berührung

Die Berührung der Rosen-Methode manipuliert nicht. Die Hände lauschen: auf Bewegung, auf das Empfinden von Patient und Therapeutin. Die eine Hand ist still, die andere bewegt. Sinnesrezeptoren/Sinnesfühler in der Haut von Therapeut und Patientin kommen in Kontakt, entwickeln Resonanz, leiten diese Information direkt in das autonome Nervensystem. Es kann sich regulieren. Der emotionale Körper wird in der Tiefe erreicht. Körper & Seele finden zueinander (Integration).

Körperbild

Das Körperbild formt sich aus Sicherheit, Bedrohung oder Gefahr > Bindung & Trauma. Akute und chronische Muskelanspannung (Kontraktion) unterdrückt den Atem. Ein chronisch kontrahierter Muskel verhindert den natürlichen Bewegungsablauf; begleitet von schlechter Organdurchblutung, gefolgt von Schäden für den ganzen Körper mit Depression, Angst, oder Panik

Atem - Zwerchfell

Die Rosen-Methode arbeitet am > Zwerchfell. Natürliche Atem - (altgr. psyché) Bewegungen entwickeln sich. Das Zwerchfell ist der große, kuppelförmige zentrale Atemmuskel des Körpers; aufgespannt wie ein Fallschirm bewegt er den Brustkorb, Lungenraum, das auf ihm sitzende Herz und massiert die Bauchorgane. Es steht in Verbindung mit Muskeln, die ins Becken ziehen (Psoas). Von dort erschließen Emotionen die verkörperte Selbstwahrnehmung 

Prozess 

Der Prozess der Rosen-Methode bewegt sich in der Dynamik des autonomen Nervensystems (CollagenKunst):
Dieses steckt fest im Trauma, Muskeln & Faszien erstarren. Der Körper löst sich langsam aus emotionaler Erstarrung, seiner traumatischen Zerrissenheit. Mit respektvoll-haltender Berührung wird der emotionale Körper tief erreicht. Körpergefühle, Emotionen, Bewegungen werden in der Heilung frei. Atembewegungen im Verhältnis zur Muskelspannung werden mit beiden Händen begleitet. Die Berührung der Haut, auch über einem Laken, erfasst den gesamten Körperausdruck. Respektvoll wachrufende Worte erreichen die verkörperte Selbstwahrnehmung. Sie kann sprachlos sein, wenn sie vor dem Spracherwerb oder durch Bindungsverlust (Trauma) gestört wurde. Berührung, Atemarbeit mit wachrufenden Worten (Assoziationen) können die Verbindung wieder herstellen.

Selbstwahrnehmung

„… verkörpert oder begrifflich
Verkörperte Selbstwahrnehmung: 
die subjektiv gefühlte Erfahrung des Augenblicks mit Sensationen wie warm, kribbelnd, weich, angeekelt, schwindelig; Gefühlen wie glücklich, traurig, bedroht … 
Begriffliche Selbstwahrnehmung: 
Gedankenmuster, Bewertung und Beurteilung über das (falsche) Selbst oder Andere(s) …“  
(Journal SomaticsAlan Fogel, S.3, Herbst 2011)

Worte 

Wachrufende Worte, sinngebend für Therapeutin und Patient, spiegeln den erlebten Körperausdruck. Sie verbinden Wahrnehmung oder Erinnerung mit dem subjektiven emotionalen Augenblick (Emergenz). Spontan kann der angestrengte Atem seinen natürlichen Rhythmus finden. Nicht immer gibt es Worte für das, was erlebt wird. Entscheidend ist der Zugang zum Fühlen. 

Selbstregulation 

Zur Selbstregulation des Nerven- und Muskelsystems gehören Körperreaktionen wie Muskelzucken, Gähnen, Bauchgeräusche. Sie geben Auskunft über deren Entwicklung. Die verkörperte Selbstwahrnehmung führt den Atem in seine natürliche Bewegung. Der Wechsel im Gehirnwellenmuster (von Beta- zu Alpha- und Thetawellen) ermöglicht erhöhte emotionale Erinnerungs- und Lernfähigkeit.

Rosen Journal & Rosen Institute

Seit 2013 bin ich Mitglied des Redaktionsteams (editorial staff) der frei zugänglichen wissenschaftlichen Online-Zeitschrift „Rosen Method International Journalwww.rosenjournal.org.
Alan Fogel gründete das Journal 2008. Seit 2015 ist es in das www.roseninstitute.net, dem internationalen Dachverband der Rosen-Methode integriert.